Offen gesagt: Interview mit einer engagierten Unterstützerin

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Im Interview sprechen wir mit Ursula Piazza – einer langjährigen Unterstützerin, Spenderin und treuem Mitglied von DaSein e.V.. In unserem Gespräch möchten wir mehr über ihre Motivation erfahren und welche Verbesserungen sie sich für die Versorgung am Lebensende wünscht.

Frau Piazza, woher ist Ihnen der Hospizdienst DaSein ein Begriff?

Bei einem Besuch im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder sind mir die Zimmer des damaligen Hospizes aufgefallen, mit den dazugehörigen kleinen Gärten. Ich wusste zunächst nicht, um was es sich dabei handelt – aber es erschien mir als ein Platz unglaublicher Ruhe und Frieden mitten in der Stadt.

Ab dann hat mich der Gedanke an ein würdevolles Sterben nicht mehr losgelassen. Ich fing an mich mehr über das Thema zu informieren, und was palliativ überhaupt bedeutet. Mich interessierte daraufhin ein Vortrag von DaSein und ich war verblüfft und beeindruckt von dem, was ich damals dort hörte. Über die vielen Möglichkeiten ambulanter palliativer Hilfe. Die Vermeidung eines schrecklichen Sterbeerlebnisses im Krankenhaus ist möglich, erfuhr ich, und Familien erhalten echte Hilfe bei der Begleitung eines sterbenden Angehörigen. Sie geben begleitenden Menschen eine Stimme! Und Sie bieten einfach wahnsinnig viel in diesem Themenfeld an, das war mir in der Form zuvor nicht bekannt.

Sie sind langjähriges Mitglied und Unterstützerin des Hospizdienst DaSein, was hat Sie dazu bewogen?

Naja, es will sich ja nicht jeder mit dem Thema Sterben befassen. Aber ich denke, wenn die Menschen mehr über die Hilfsmöglichkeiten ambulanter Palliativarbeit wissen würden, dann ist das eine enorme Erleichterung, schon im Leben. Es ist schlimm, wenn man verzweifelt ist, Schmerzen hat und erkennt, es ist keine Hilfe mehr möglich. Und viele Menschen sind dazu noch alleine und brauchen einen Halt, der ihnen Sicherheit gibt.

Foto: Ursula Piazza.

Durch die Unterstützung der Hospizarbeit kann ich mit dafür sorgen, dass sich Menschen vielleicht schon früher mit der letzten Lebensphase auseinandersetzen. Bei DaSein bieten Sie informative Vorträge an, zudem kann man sich schulen lassen und selber als freiwillige Mitarbeiterin anderen helfen. Mit meiner Zuwendung kann ich das Angebot von DaSein ein Stück sichern und die allgemeine Versorgung verbessern. Ich wünsche mir, dass Sie endlich mit dem Bau des Hospizes anfangen. Und so ein Projekt wie euer HospizHaus des Lebens muss natürlich auch erstmal finanziert werden. Und später dann ist der Betrieb die finanzielle Herausforderung. Geld ist immer notwendig. Und mein Herzenswunsch ist ganz klar, diese wichtige Arbeit zu unterstützen.

Gibt es mit Blick auf die Begleitung am Lebensende etwas, wo Sie sich Verbesserungen wünschen?

Ich bin zutiefst erschrocken, als ich hörte, dass es nur 28 Hospizplätze in München gibt. Die Bewohnerzahlen sind heute bei 1,5 Millionen – als ich 1972 nach München kam, waren es noch unter einer Million!

Wir können uns nicht mehr nur auf die Familien verlassen. Viele ältere Menschen in meinem Umfeld sind alleine, das ist traurig. Aber daher erscheint mir wichtig, die palliative Arbeit zu stärken und damit wiederum für sich selber zu sorgen. Egoismus ist ein böses Wort in unserer Gesellschaft – aber man ist allein nun mal überfordert. Ich bin der Meinung, dass wir erheblich mehr für uns tun sollten, um gut versorgt zu sein. Auch die Stadt, ja sicher, aber eben auch die Bürger – im eigenen Interesse, für das eigene Altwerden, das eigene Sterben. Und letztlich auch mit dem eigenen Testament handeln. Ich habe mir lange überlegt: „was habe ich im Leben erreicht, was möchte ich damit machen, wo wird nachhaltig verwendet, was ich mal hinterlasse?“ Und ich würde sehr begrüßen, wenn sich mehr Menschen diese Fragen stellen, was nach ihnen mit ihrem Vermögen passiert.

Manchmal braucht es ja nur einen kleinen Schubser, um sich zu entscheiden.

Vielen Dank für Ihre offenen Worte!

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