Sieger des Münchner HospizArchitekturwettbewerbs ausgezeichnet

Preisverleihung Architekturwettbewerb Hospiz München

Hauptpreis mit 1000 Euro geht an die Studierenden Max Boehringer und Verena Kretschmer – Hospizdienst DaSein gibt insgesamt 4000 Euro für die Entwürfe

Mit einem Wettbewerb unter Architekturstudenten der TU München hat der Hospizdienst DaSein e.V. zum Nachdenken über ein innenstädtisches Hospiz der Zukunft angeregt. Die Ergebnisse der Studierenden des Lehrstuhls für Städtische Architektur sind beeindruckend und wurden am Montagabend (2. März 2020) im Vorhoelzer Forum der TU mit Preisen in Höhe von insgesamt 4000 Euro ausgezeichnet.

Jurymitglied Prof. Dietrich Fink sagte, der besondere Reiz des Projekts Architektur für Sterbende sei es gewesen, einen echten Impuls zu setzen in die städtische Öffentlichkeit hinein. Den Studierenden sei es gelungen, „ein schönes Stück letzte Heimat“ zu entwerfen. DaSein-Projektkoordinatorin Isabell Zacharias ergänzte: „Das Thema Sterben in der Stadt ist von den jungen Leuten in spektakuläre Architektur übersetzt worden. Die Ergebnisse sind zum Niederknien.“

Der Siegerentwurf stammt von Max Boehringer und Verena Kretschmer. Sie gestalteten ein optisch außergewöhnliches Gebäude mit hohen offenen Giebeln. In den oberen beiden Etagen soll das Hospiz unterkommen, der Rest des Hauses steht für multifunktionale Nutzung offen, etwa für ein Café, Veranstaltungsräume und Büros. Die beiden Preisträger betonten, die große Besonderheit des Haus sei das begrünte Dach, das wie eine Krone über die Nachbargebäude nach oben hinausreiche. Es sei wie ein „Park im Haus“ angelegt.

Damit erfüllten Sie die Vorgaben des Wettbewerbs perfekt: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen entwarfen Konzepte für ein stationäres Hospiz mit zwölf Zimmern für todkranke Menschen. Zugleich sollte das Gebäude aber auch ein einladender Ort mit vielfältigen öffentlichen Begegnungsmöglichkeiten werden, um Berührungsängste abzubauen.

In nahezu allen Entwürfen finden sich grüne Oasen auf dem Dach, auf Terrassen oder in Innenhöfen.

Außerdem achteten die angehenden Architektinnen und Architekten darauf, den oft immobilen Bewohnern Ausblicke in den Himmel, die Umgebung und ins Grün zu ermöglichen. Die Teilhabe am Alltagsleben bis zum Schluss war eines der Leitmotive des Wettbewerbs.

Der Hospizdienst DaSein e.V. will genau so ein Zentrum in naher Zukunft schaffen. Geschäftsführerin E. Katharina Rizzi dankte den Studierenden für ihr großes Engagement: „Das war ein wirklich gewagtes Projekt. Und Sie haben es wunderbar angenommen und tolle Ideen entwickelt.“

An der Preisverleihung nahm auch der Leiter der Münchner Lokalbaukommission, Cornelius Mager, teil. Jeweils mit 750 Euro dotierte zweite Plätze gingen an die Teams Valentin Erlmeier und Leah Maue sowie Samuel Blaschke und Felix Roettger. Außerdem wurden noch drei Anerkennungen in Höhe von jeweils 500 Euro ausgesprochen. Sie gehen an die Teams Theresa Mayr und Alina Wagner, Fiona Wagner und Luis Wittmann sowie Antonia Beltinger und Anna Dorothea Glasmann.

Derzeit stehen für die rund 1,5 Millionen Münchnerinnen und Münchner gerade mal 28 Betten in stationären Hospizen zur Verfügung. DaSein-Geschäftsführerin Rizzi will das mit der Unterstützung durch private Spender ändern: „Der Tod nimmt keine Rücksicht auf Wartelisten für Hospizbetten. Die todkranken Menschen benötigen sofort Hilfe und professionelle Begleitung. Deshalb stellen wir uns dieser riesigen Aufgabe mit einem Investitionsrahmen von circa 35 Millionen Euro. Unsere größte Herausforderung ist dabei, ein geeignetes Grundstück zu finden.“

Der Hospizdienst DaSein e.V. besteht seit 1991 und versorgt bislang Schwerstkranke und Sterbende in ihrer häuslichen Umgebung, um ihnen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben, bis zuletzt in vertrauter Umgebung, zu ermöglichen.

Fotos von der Veranstaltung, den Preisträgern und den architektonischen Entwürfen können Sie unter https://bit.ly/38ihGhF herunterladen. Sie stehen kostenfrei für eine journalistische Berichterstattung über das Projekt zur Verfügung.

Credit: Christoph A. Hellhake / DaSein

Pressekontakt: Ulrich Meyer 0175/1815456 presse@hospiz-da-sein.de