Geborgen in der Muttersprache

YaseminPreis

Um Sterbende aus fremden Kulturkreisen noch besser begleiten zu können, bildet der Hospizdienst DaSein Bürger*innen mit Migrationshintergrund zu ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen aus. Das Projekt hat aktuell hierfür den Bayerischen Integrationspreis 2020 gewonnen.

Ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen unterstützen Schwerstkranke in der letzten Phase ihres Lebens und stehen den Angehörigen zur Seite.

Die Frage, wer jemanden auf dem letzten Weg begleitet, will gut überlegt sein. Gerade, wenn die eigene Vergangenheit nicht in Deutschland stattgefunden hat ist es gut, wenn der oder die Begleiter einen ähnlichen kulturellen Hintergrund hat. Sie verstehen am ehesten, “wo man sich gerade bewegt”.

Kultursensibilität ist schon lange ein zentraler Ansatz in der Sterbebegleitung des ambulanten Hospizdienstes in der Karlstraße 55. Nun startete DaSein e.V. Ende 2019 eine Ausbildung, die Menschen aus anderen Kulturkreisen für das Ehrenamt gewinnen möchte. Neun Teilnehmer*innen unter anderem aus Kroatien, China, Spanien und der Türkei durchlaufen derzeit die Ausbildung, um Schwerstkranke am Ende ihres Lebens begleiten zu können. Dafür ist der Hospizdienst DaSein gerade mit dem Bayerischen Integrationspreis ausgezeichnet worden.

Der Preis stand unter dem Motto “Ehrenamt öffnet Türen – Engagement verbindet!”. Unter 132 Bewerbern landete der Hospizdienst DaSein auf dem ersten Platz.

Den Menschen in der Muttersprache zu begegnen, ihren Humor zu verstehen und dabei keine Tabus zu brechen, ist wesentlich, betont Yasemin Günay, Projektleitung Kultursensible Begleitung bei DaSein e.V. Manchmal sind es aber auch kleine Dinge, die einen Unterschied machen. Genau diese Feinheiten können Sterbenden das Gefühl geben, geborgen zu sein.

Das bedeutet nicht, dass die jetzigen Auszubildenden ausschließlich Migranten in ihrer letzten Lebensphase begleiten werden oder dass andere Ehrenamtliche keine Menschen mit ausländischen Wurzeln betreuen können. Sobald sich jedoch zeigt, dass durch eine Begleitung mit gleichem kulturellen Umfeld ein Mehrwert erreicht werden kann, wird ein entsprechender Kontakt hergestellt. Das Ziel sei dabei nicht, Parallelstrukturen zu bilden. In der kostenlosen Ausbildung lernen die Ehrenamtlichen, was für eine Sterbebegleitung wichtig ist. Jeder Teilnehmende bringe dabei andere Erfahrungen und eigene Sichtweisen reflektierend in die Kurse ein.

Lesen Sie hier den Artikel von Julia Weinzierler in der Süddeutschen Zeitung vom 12. Juni 2020. Für mehr Informationen zu weiteren Ausbildungsmöglichkeiten kontaktieren Sie gerne unsere Projektleiterin Yasemin Günay (124 70 51 42 oder y.guenay@hospiz-da-sein.de).

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